Geld zurück bei Reisemängeln – Wenn Veranstalter falsche Informationen liefern

Offenes und marodes Fenster im Hotel - Reisemängel Geld zurückDer Urlaub soll die schönste Zeit des Jahres werden. Leider wird er aber oft auch zu einem Alptraum – schlechtes Essen, schmutzige Hotelzimmer und Überbuchung sind nur einige der Gründe dafür. Doch Sie müssen diese Umstände nicht einfach tatenlos hinnehmen. Damit aus dem Ihnen versprochenen Zimmer mit Meerblick kein Kellerappartement wird, sollten Sie nicht nur Ihre Rechte kennen, sondern auch wissen, was Sie im Reklamationsfall unternehmen können.

Die Rechtslage – wann liegt ein Mangel vor?

Generell gilt: Alle Urlauber müssen sich darauf verlassen können, dass die Angaben und Informationen des Veranstalters richtig sind. Laut dem Gesetz liegt bei Pauschalreisen dann ein Mangel vor, wenn die zugesagten Leistungen nicht erfüllt werden oder die Reise an sich fehlerhaft ist, so dass ihr Wert oder ihre Tauglichkeit deutlich gemindert wird. Ein Reisemangel liegt also vor, wenn die Vereinbarungen des Reisevertrags, den Sie mit dem Veranstalter geschlossen haben, von den tatsächlichen Umständen abweichen. Dabei ist auch die Reisebestätigung, die Prospektbeschreibungen, verbindliche Zusatzvereinbarungen und die Informationspflicht des Reiseveranstalters zu berücksichtigen. Landesübliche Gegebenheiten, wie z. B. dort ansässige Insekten, oder eventuelle Wartezeiten an der Rezeption, gelten jedoch nicht als Reisemängel.

Die richtige Vorgehensweise

Bereits während des Urlaubs sollte ein Reisemangel der Reiseleitung unverzüglich angezeigt werden, damit ihr Gelegenheit gegeben wird den Mangel beheben zu lassen. Falls dies nicht möglich ist, sollten Sie bis spätestens vier Wochen nach Ende Ihres Urlaubs eine schriftliche Beschwerde an den Veranstalter der Reise gerichtet werden. Das jeweilige Reisebüro ist hierfür nicht zuständig, kann Ihnen jedoch eventuell behilflich sein. In Ihrem Schreiben sollten Sie den Reisemangel ausführlich beschreiben, wenn möglich vor Ort gemachte Bilder als Beweis anfügen und aus den von Ihnen genannten Gründen einen Nachlass auf den Reisepreis fordern. Vergessen Sie nicht das Schreiben per Einschreiben zu verschicken. Falls keine Reaktion von Seiten des Veranstalters erfolgt, sollten Sie ein weiteres Schreiben mit Bezugnahme auf das erste verfassen, denn nach zwei Jahren ist Ihr Anspruch auf Reisepreisminderung bereits verjährt. Bereits während des Urlaubs sollten Sie Beweise für Ihre Beschwerde sammeln, wie z. B. Fotos, Adressen von Zeugen oder Bestätigungen über Verspätungen.

Ihre Rechte bei Reisemängeln

Wenn Sie diese Tipps beachten, stehen Ihre Chancen gut, eine Reisepreisminderung zu erhalten. Wie hoch der Preisnachlass ausfällt, hängt dabei vom jeweiligen Einzelfall ab. Einen angebotenen Reisegutschein müssen Sie nicht annehmen, da Sie einen Anspruch auf Auszahlung der Preisminderung haben.

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